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Wie ein Buch entsteht: Protokoll zu „Allein“, Eintrag 7

Und wieder einmal ließ ich mich treiben: Ein gewisser John Harrison, Crewmitglied unter Ines Braun, schreibt also an seine daheim gebliebene Frau tagebuchartige Briefe. In denen musste sich das Unglück an der Knotenpassage spiegeln, die Konsequenzen sowie die zeitliche „Lücke“ zwischen Knotendruchgang und Brauns Abenteuer mit Ri’Dea. Das klappte auch ganz gut: Ein paar interessante Ideen tauchten auf, Braun lag quasi unter der Lupe und Harrison war ein weiterer Aspekt für jemanden, der allein ist. Und auch die Kapitel-Verschränkung funktionierte durch die zwei getrennten Bücher recht gut. Sehr schön, das alles.

Sehr schön? Süffig zu lesen vielleicht und handlich strukturiert. Aber „schön“? Nein, so fühlte es sich wirklich nicht an. Zu kitschig, zu bemüht, zu … falsch. Das war nicht Ines Braun, nicht die echte Braun jedenfalls. Aber ich hatte einfach keine Idee, was falsch war und wie ich den Kitsch entfernen sollte. Und so wanderte „Allein“ in die Schublade.
15.1.16 11:15


Fairtrade

Es gibt Fairtrade-Schokolade, Fairtrade-Kaffee, Fairtrade-Mode … und Fairtrade-Bücher. Bei den ersteren Produkten muss man manchmal ein paar Cent oder Euro mehr bezahlen als für vergleichbare Standard-Angebote, bei den Büchern ist es nicht so. Denn es gilt – zumindest in Deutschland – die Buchpreisbindung, die dafür sorgt, dass ein bestimmtes Buch überall dasselbe kostet. (Außer es wird schon verramscht oder die Händler haben einen anderen Preis-Nachlass-Trick ausgegraben.)

Wenn ein bestimmtes Buch überall dasselbe kostet, wo kommt da der Fairtrade-Aspekt ins Spiel? Bei der Vergütung. Normalerweise bekommt der Autor vom Verlag ein Honorar bzw. Tantiemen und auch Selfpublisher, die bestimmte Dienstleister nutzen, bekommen nur einen Anteil am Überschuss (als Erlös minus Kosten). Der andere Teil des Überschusses geht – zu unterschiedlichen Teilen – an den Verlag bzw. Dienstleister und den Buch-Händler.

Die Plattform www.Autorenwelt.de ist derzeit dabei, einen Buchshop (http://shop.autorenwelt.de/collections/unsere-buecher) aufzubauen, bei dem der Händler – also die Autorenwelt GmbH – einen Teil dieser Einnahmen an den (für das Programm angemeldeten) Autor weiterreicht. Zum Reichwerden der Schriftsteller wird auch das nicht führen, aber immerhin …

Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen: Die Buchauswahl muss noch wachsen – ab nächsten Jahr soll das ganze Libri-Sortiment erhältlich sein – und auch die aktuelle Optik des Shops ist noch nicht die Endversion. Aber um die Adresse in die Lesezeichen-Liste der „da schau ich zuerst nach neuen Büchern“-Shops aufgenommen zu werden, ist der Laden schon reif. Und dann: Immer mal wieder reinschauen!
7.12.15 11:37


Wie ein Buch entsteht: Protokoll zu „Allein“, Eintrag 6

Eigentlich hatte nun alles beisammen: Eine leise Geschichte auf einer einsamen Insel, ein old-style Abenteuer und eines, das die Ganze Sache mit den Menschen und den anderen Geschichten meiner SF-Welt verband. Auch einen rechten Knaller gab es. Was also war das Problem?

Das erste Problem war, dass sich die Menschen-Geschichte einfach nicht passend gestückelt zwischen die schon existierende Insektoiden-Geschichten streuen ließ. Entweder funktionierte die Trennung der Menschen-Geschichte nicht oder es entstand durch das Einschieben eine zu große Lücke im Insektoiden-Teil oder beides. Und da waren ja auch nicht die Ankerszenen mit den Föderationsschiff … Egal, was ich ausprobierte: Es ergab sich ein hässliches Gestückel. Und wäre nicht der äußere Bogen gewesen, der sich als so unglaublich spannend für den gesamten Zyklus der SF-Geschichten erwies, hätte ich das Projekt an dieser Stelle für immer in die Schublade gelegt.

Vorher aber wollte ich noch einen Rettungsversuch unternehmen. Was wäre, wenn ich die beiden Stränge – die mit den Insektoiden und den mit den Menschen – gänzlich voneinander trennen würde? Zwei Bücher sozusagen, die von Prolog und Epilog geklammert werden würden. Dazu war die Braun-Geschichte allerdings etwas mager; um daraus ein Buch zu machen, brauchte ich mehr Text.

Mir fiel ein, dass ich ursprünglich geplant hatte, Selbst- und Fremdbild der Braun gegenüberzustellen. Das war in der vorliegenden Version – gelinde gesagt – nicht geglückt. Also wäre es doch sinnvoll, die fehlende Masse mit der Sicht eines Besatzungsmitgliedes aufzufüllen. Ein Tagebuch oder Briefe vielleicht, das gäbe eine schöne Symmetrie zum Tagebuch im Insektoiden-Teil. Vom äußeren Bogen mussten dann aber die Ankerpunkte entfernt bzw. deren Infos in das Menschen-Buch hineinverlagert werden. Ok, klang machbar. Also los …
24.11.15 14:23


Wie ein Buch entsteht: Protokoll zu „Allein“, Eintrag 5

Am Ende des letztes Eintrages musste Ines Braun noch erfahren, dass die drei Leute, die sie am Anfang verloren glaubte, noch rettbar sind. Jetzt kommt die Interplanetare Föderation nochmal ins Spiel. Die hatte ich inzwischen zum Glück ja schon erfunden – die Mhalm gehören zu den ersten Raumfahrern im Bereich der Föderation – und Braun & Co. befanden sich eindeutig in ihrem Wirkkreis. Was also wäre, wenn ein Föderationsschiff gerade in der Nähe gewesen wäre, als die Menschen den Raumknoten passierten? Sie könnten mitbekommen haben, dass es ein Problem gibt, könnten eines der beiden Vorabboote retten und … Warum nicht das andere? Und warum sind sie nicht da, als die GS5 durch den Knoten kommt? Klar: Irgendwas mit der Zeit ist wiedermal schief gegangen. Was genau, ist im Buch dann nachlesbar, jedenfalls führt es dazu, dass die Föderationsleute erst jetzt die Menschen kontaktieren und ihnen einen Tipp geben können, wo das erste Erkunderboot abgeblieben sein könnte. Sie, liebe Leser, wissen es natürlich schon: Auf dem Planeten der Insektoiden. Braun fliegt also los, um ihre Leute dort abzuholen, den dritten Mann soll sie zurückbekommen, wenn sich Erd- und Föderationsschiff treffen.

Okay. Aber wie stellt man es an, dass das Föderationsschiff nicht völlig wie ein Geist mitten in der Geschichte materialisiert? Ein Prolog könnte helfen. Also einen getippt und das Ganze schön dramatisch machen – so – und nun … ist ratzfatz das einfache Zeitproblem beim Sprung zu einer ganz großen Nummer geworden. Ein klasse Spannungsbogen ist da plötzlich da, der wie ein Bogen über all die anderen Teile hinweg reichen kann. Ein paar Anker-Szenen zu dieser Story, am Ende den Bogen ist einem Epilog schließen … Wow, was für ein Knaller! … und fertig. Allein für diesen Bogen hätte ich mich selbst küssen mögen – das war mal wieder was, das den Namen jon verdiente. Geschafft!

Geschafft? Naja. Wenn es so wäre, würde ich ja nicht derzeit noch an dem Buch rumschreiben. Wo lag also das Problem?
9.11.15 10:04


Wie ein Buch entsteht: Protokoll zu „Allein“, Eintrag 4

Auf in die dritte Story des Buches „Allein“! Kurzer Check, was wir alles haben: Ines Braun wird Captain und verliert quasi im selben Atemzug ein paar Erkunder (drei Leute in zwei Booten, die vorab den Raumknoten passierten). Sie ist sowieso kein geselliger Typ, zieht sich in Folge der Ereignisse aber noch mehr zurück. In dieser Phase des Romanbauens sah die Planung noch vor, dass sich Braun als viel isolierter wahrnimmt, als ihre Crew sie sieht. Vorgriff: Da der Menschen-Part nur mit Braun als Point of View erzählt wurde, war das schwer zu verdeutlichen, aber es sollte immer mitschwingen. Eine hehre Idee, wenn man bedenkt, dass ich die Braun im ganzen Hauptteil der Menschen-Story von der Crew zu trennen und als Alleinkämpfer agieren zu lassen gedachte. Aber ok …

Ines Braun also. Zuerst musste ihr Schiff, die GS5, einen passenden Planeten anfliegen – ok, erledigt. Dann wird etwas Ungewöhnliches entdeckt – ok, erledigt. Jetzt landet der Captain. Echt? Der Captain, nicht ein Erkunder-Team? Ok, also erst die Erkunder, dann … Ach, seien wir doch ehrlich: Braun muss da runter! Statt eine weitere Absonderlichkeit zu erfinden, schicken wir sie doch einfach so hin. Weil … grübel, grübel … weil ihr so ist! Kein gute Idee? Schon möglich, aber es passt zu Braun: Sie hat ein ungutes Gefühl und muss sich die Sache selbst absehen. Also runter mit ihr!

So. Und da nun trifft sie auf den schon erwähnten einsiedlerisch lebenden Einzelkämpfer. Als ich diese Story schrieb, war ich eindeutig recht liebesbedürftig, denn kaum dass Braun auf Ri’Dea trifft, bahnt sich schon ein Romänzchen an. Und warum auch nicht: Er ist allein, sie ist allein, rundrum ist Wald und ein bisschen versöhnliche Stimmung in Sachen Brauns Frust kann ja nicht schaden. Dachte ich. Damals.

Aber vergessen wir das Abenteuer nicht! Und zwar im wahrsten Sinne. Ich begann ein Hasard-Spiel, indem ich beim Schreiben – also wirklich während des Tippens – Ri’Dea erst dieses mysteriöse Ding sagen ließ, dann jenes und schließlich etwas von einem Zauberer in einem Turm, der – das immerhin war klar – natürlich in Wirklichkeit nur missinterprtierte Technik ist. Nunja: Ri’Dea ist clever, der weiß sehr wohl, dass es Technik ist, aber die Nomenklatur seiner Welt benutzt nun mal „Zauberer“ für das Ding. Ri’Dea weiß auch, was das Problem mit dem Ding ist – nur ich wusste es an der Stelle noch nicht. Spätestens ab hier bin ich „geschwommen“ wie noch nie in meinem Schreiberleben davor: Ich hatte keine Vorstellung, wo das Ganze hinführen würde, und habe mich sprichwörtlich zweigeteilt und während der eine Teil schon schrieb, plottete der andere noch – immer den ersten Ich-Teil dicht hinter sich wissen. Entspanntes Arbeiten geht echt anders.

Der Plotter stand also vor der Frage, wo das Ganze hin sollte. Grob war es ja klar, auch die Grundintension was die Wirkung auf die Hauptfigur Braun anging. Aber der Plot, die Handlung! Also dachte der Plotter: Was kommt immer gut? Dass jemand unterdrückt wird. Wieso sollten die Mhalm – Sie erinnern sich? Die großen Terraformer – das Volk von Ri’Dea unterdrücken? „Verrückter Wissenschaftler“ hatten wir ja schon als Idee, wie wäre es also mit „einer der Mhalm hat ein Feldexperiment gemacht und dazu die Leute eingesperrt – man nennt das kontrollierte Versuchbedingungen –, ist darüber aber gestorben, so dass der Wissenschaftler zwar weg ist, die Leute aber immer noch eingesperrt und bevormundet“. Klingt gut. Noch ein bisschen an die andern Entdeckungen – Sie wissen schon: die, weswegen die Erkunder gelandet waren – anpassen und das Ganze zu Ende schreiben. Ein bisschen Nervenkitzel, die Rettung, noch ein bisschen Romanze … Fertig.

Fertig? Nicht ganz, irgendwie musste Braun ja noch von ihren eingangs verlorenen Leuten erfahren, damit sie sie auf dem Planeten der Insektoiden abholen kann. Aber dazu im nächsten Teil.

Übrigens: Fragen Sie sich gerade, wieso ich Ihnen diesen Teil des Romanes so ausführlich erzähle? Weil er in der Endfassung so gar nicht vorkommt! Ist etwas gemein, ich weiß, aber für ein ordentliches Protokoll musste das sein. An passender Stelle erzähle ich dann, was ich warum geändert habe.
2.11.15 15:10


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